Malteserstadt

Die Malteserstadt Heitersheim

1272
erwarb die Kom­men­de Frei­burg (gegr. 1207) von Gott­fried von Stau­fen den Ding­hof samt dem Kir­chen­satz in Hei­ters­heim

1273
erhielt sie auch die zuge­hö­ri­gen Gerichts­rech­te von Mark­graf Hein­rich von Hach­berg. Damit war der Orden Orts­herr in Hei­ters­heim. In der fol­gen­den Zeit gelan­gen dem Orden in Hei­ters­heim und sei­ner Umge­bung zahl­rei­che Erwer­bun­gen: 1297 wur­den Günd­lin­gen, 1313 Brem­gar­ten und St. Geor­gen, 1315 Griß­heim, 1371 Schlatt, 1504 Uff­hau­sen und Wend­lin­gen und schließ­li­ch 1613 Esch­bach erwor­ben. Die Besit­zun­gen wur­den zunächst von Frei­burg aus ver­wal­tet. Im heu­ti­gen Schloß­be­reich, der der Kom­men­de Frei­burg wohl nach dem Erlö­schen der Adels­fa­mi­lie von Hei­ters­heim zuge­fal­len war, leb­ten jedoch 1335 schon drei Pries­ter.

1379
bestand dort eine Filia­le der Frei­bur­ger Kom­men­de unter Lei­tung eines Pri­ors, bis spä­tes­tens

1406
war die­se zu einer eige­nen Kom­men­de erho­ben wor­den, die jedoch der Frei­bur­ger Kom­tur in Per­so­nal­uni­on mit­ver­wal­te­te.

1428
wur­de Hei­ters­heim auf dem Gene­ral­ka­pi­tal zu Rho­dos zum Sitz des Groß­pri­ors in Deutsch­land bestimmt. Sein Ein­fluß­be­reich erstreck­te sich gleich­zei­tig als “Johan­ni­ter­meis­ter in teut­schen Lan­den” dar­über hin­aus von den Alpen und Voge­sen bis nach Ungarn und Polen im Osten und Skan­di­na­vi­en (Daci­en) im Nor­den.

1505
ver­leg­te Groß­prior Johann Hegen­zer von Was­ser­stelz sei­nen Sitz end­gül­tig nach Hei­ters­heim. Die Kom­men­de Frei­burg wur­de seit­her von hier aus ver­wal­tet, ihre Gebäu­de 1677, anläß­li­ch der Befes­ti­gung der Stadt durch Vau­ban, abge­ris­sen.

1512–1546
regier­te Johan­ni­ter­meis­ter Johann von Hat­t­stein. Er ver­grö­ßer­te den Schloß­be­reich durch Ein­be­zie­hung des heu­ti­gen Vor­hofs und stif­te­te eine neue Pfarr­kir­che

1546–1554
war Georg Schil­ling von Can­statt Groß­prior. Wegen sei­ner gro­ßen Ver­diens­te um das Reich erhielt er auf dem Reichs­fürs­ten­tag zu Augs­burg 1548 von Kai­ser Karl V. die Wür­de eines Reichs­fürs­ten für sich und sei­ne Nach­fol­ger. – Hei­ters­heim wur­de Fürs­ten­tum.

1612–1616
amtier­te Fürst Johann Fried­rich Hund von Saul­heim. Er stif­te­te ein Fran­zis­ka­ner­klos­ter (auf­ge­ho­ben 1803) und das heu­ti­ge Pfarr­haus.

1644
zeich­ne­te Meri­an das Hei­ters­hei­mer Schloß als gewal­ti­ge Was­ser­burg. Die Mal­te­ser­fürs­ten des 17./18. Jh. ent­fal­te­ten eine inten­si­ve Bau­tä­tig­keit: unter Fürst Fried­rich, Land­graf von Hes­sen (1647–82) ent­stand der Som­mer­sitz Wein­stet­ten, unter Fürst Otto von Mer­feldt (1721–27) das Mal­te­s­er­bad, Fürst Phil­ipp Weil­helm von Nes­sel­ro­de und Rei­chen­stein (1728–52) ließ das Kanzlei­ge­bäu­de, die Her­ren­müh­le und das Kanz­ler­wohn­haus erbau­en.

1806
fiel das Fürs­ten­tum Hei­ters­heim durch die sog. Media­ti­sie­rung an das Groß­her­zog­tum und wur­de auf­ge­ho­ben. Das Schloß dien­te dem letz­ten Fürs­ten Ignaz Bal­tha­s­ar Rinck von Bal­den­stein bis zu des­sen Tode

1807
als Wohn­sitz. Es wur­de in der Fol­ge von groß­her­zog­li­chen Beam­ten bewohnt, spä­ter auch von Pen­sio­nä­ren und Beam­ten­wit­wen. Es wur­den zahl­rei­che Umbau­ten vor­ge­nom­men.

1826
wur­de der ältes­te Teil des Schlos­ses, der Nord­flü­gel, abge­ris­sen, wenig spä­ter auch der Süd­flü­gel, in dem sich die Fürs­ten­woh­nung, die Haus­ka­pel­le und ein Ron­dell­turm befun­den hat­ten.

1845
gin­gen die Schloß­ge­bäu­de durch Ver­kauf an ver­schie­de­ne Besit­zer, von denen sie seit

1893
der Orden der Schwes­tern des hl. Vin­zenz v. Paul für das Frei­bur­ger Mut­ter­haus erwarb.

1908–1910
ent­stan­den anstel­le des bis­he­ri­gen Fruchtspei­chers das Schwest­er­haus sowie im Bereich des ehe­ma­li­gen Nord­flü­gels die Kir­che St. Bor­ro­mäus. Tei­le der Schloß­an­la­ge nut­zen seit

1971
die Mal­te­s­er­schloß­schu­le, eine Son­der­schu­le für geis­tig behin­der­te Kin­der und Jugend­li­che, getra­gen vom Land­kreis Breisgau-Hochschwarzwald, und seit 1967 eine vom Cari­tas­ver­band Freiburg-Stadt unter­hal­te­ne Behin­der­ten­werk­stät­te.

1977
wur­de der Son­der­schul­kin­der­gar­ten für geis­tig behin­der­te Kin­der ein­ge­weiht.


Mehr über die Mal­te­s­er erfah­ren Sie  im “Johanniter-Malteser-Museum”, das sich in den Kel­ler­ge­wöl­ben des ehe­ma­li­gen Kanzlei­ge­bäu­des befin­det, oder unter 

www.museum-im-schloss.de.


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