Römerpark

Ein Park mit Geschichte

An der Stelle des heu­ti­gen Römer-Parks befand sich zu römi­scher Zeit der herr­schaft­li­che Wohn­sitz eines Guts­herrn, eine soge­nannte Villa urbana. Die umfasste einen luxu­riö­sen Wohn­be­reich im medi­ter­ra­nen Stil und einen Wirt­schafts­be­reich für Land­wirt­schaft und Hand­werk. Die Aus­maße des 5,5 Hektar gro­ßen Anwe­sens sind heute im Gelände gekenn­zeich­net. Dort, wo das römi­sche Haupt­wohn­haus stand, wurde das heu­tige Römer­mu­seum erbaut. In die­sem Museum sind rekon­stru­ierte Teile des Wohn­hau­ses und viele Aus­gra­bungs­funde zu besich­ti­gen. Direkt neben dem Römer­mu­seum befin­det sich die Villa artis. Sie wurde einem der römi­schen Land­wirt­schafts­ge­bäude, dem Korn­spei­cher, nach­emp­fun­den. Der Neu­bau steht heute an fast dem ursprüng­li­chen Stand­ort des römi­schen Spei­chers. Die Villa artis beher­bergt das Café artis und ein Kunst- und Kul­tur­zen­trum. Im Jahr 2014 wurde der Römer-Park um den Römer­spiel­platz ergänzt.

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Die Geschichte der Stadt Hei­ters­heim reicht weit zurück.

Bereits in römi­scher Zeit war die Lage mit all ihren Vor­zü­gen aus­schlag­ge­bend für eine Besied­lung.

An den Aus­läu­fern des Schwarz­wal­des gele­gen, in der Nähe zu Rhein und der rechts­rhei­ni­schen römi­schen Fern­ver­kehrs­straße situ­iert und auf frucht­ba­rem Boden in ange­neh­mem Klima befind­lich, ent­wi­ckelte sich über 250 Jahre hin­weg ein rei­cher Guts­hof im Bereich des heu­ti­gen Mal­te­s­er­schlos­ses.

Bereits im Jahre 30 n. Chr. wurde der Grün­der­bau in Form eines Holz­stän­der­ge­bäu­des errich­tet. Schon eine Gene­ra­tion spä­ter wur­den diese Gebäude zuguns­ten von Fach­werk­bau­ten nie­der­ge­legt, wel­che ihrer­seits schließ­lich für die Anlage der ers­ten voll­kom­men in Stein errich­te­ten Bau­phase wei­chen muss­ten.

Die erste Stein­bau­phase wird auf das Jahr 110 n. Chr. datiert. Ab die­ser Bau­phase zei­gen sich alle für solch ein Land­gut mit herr­schaft­li­chem Wohn­teil typi­schen Ele­mente. Das bewohnte Areal ist mit einer Mauer umge­ben und inner­halb die­ser Mau­ern wie­derum in land­wirt­schaft­li­ches (pars rustica) und herr­schaft­li­ches Areal (pars urbana) unter­glie­dert. Die Gebäude sind sym­me­trisch ent­lang einer Mit­tel­achse aus­ge­rich­tet.

Die­ser Bau­phase wird wei­ter ver­grö­ßert und präch­ti­ger aus­ge­schmückt, bis schließ­lich am Ende des 3 Jhds. auch hier die Krise im römi­schen Reich ihre Spu­ren hin­ter­lässt.

Die Anlage wird plan­mä­ßig ver­las­sen und schließ­lich durch ein Brand­er­eig­nis zer­stört.

Eine kurze Renais­sance erfährt die Villa in der Mero­win­ger­zeit als Son­der­be­stat­tungs­platz.

Hier­nach endet jedoch die Wert­schät­zung für die römi­schen Hin­ter­las­sen­schaf­ten und die Villa wird für den Grün­der­bau des heu­ti­gen Mal­te­s­er­schlos­ses zum Stein­bruch.

Acker­land bedeckt danach die Reste der Anlage. Der Name die­ses Fel­des, der „ Scher­be­n­acker“, rührt von den röm­si­chen Hin­ter­las­sen­schaf­ten, die durch den Acker­bau zutage geför­dert wur­den.

Aus­schlag­ge­bend für den Beginn lang­jäh­ri­ger und frucht­ba­rer Gra­bun­gen ab dem Jahre 1991 war eine Luft­auf­nahme aus dem Jahre 1989, wel­che den Groß­teil der pars rustica in Form deut­li­cher Gebäu­de­grund­risse als Bewuchs­merk­mal im Getrei­de­feld zeigte. Mit die­ser Ent­de­ckung der ers­ten rechts­rhei­ni­schen Villa urbana wurde der Grund­stein zum heu­ti­gen Römer­park gelegt.

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Flyer Römer­park Hei­ters­heim

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