Dieser Vogel fällt einfach auf: Etwa so groß wie eine Amsel und bunt wie ein Papagei – sein Anblick lässt an den Urwald denken, insbesondere wenn er mit weit ausgebreiteten Flügeln und gespreiztem Schwanz mit seinen kräftigen Farben durch das Sonnenlicht gleitet. Er wird oft als Gewinner des Klimawandels bezeichnet. Vermutlich sind steigende Sommertemperaturen und abnehmende Niederschläge Faktoren, die zur Ausbreitung seiner Art nach Norden führen. Seit einigen Jahren ist dieser bunte Flieger mit „Zorromaske“ in kleinen Kolonien im Markgräflerland zu beobachten und mit viel Glück kann man auch in den Weinbergen von Heitersheim weiche rollende „püt“ -Rufe hören, die davon zeugen, hier sind die Bienenfresser unterwegs.
Zum Brüten gräbt er über zwei Meter lange horizontale Röhren in Lößwände in den Weinbergen oder aber auch an Abbruchkanten in Sand- und Kiesgruben, an deren Ende sich dann die Brutkammer befindet. Seine Ernährung besteht häufig von größeren fliegenden Insekten wie Hummeln, Bienen, Libellen oder Heuschrecken, die er in der Luft fängt. Wenn er ein Beutetier gefangen hat, reibt oder schlägt er es zunächst mehrmals auf eine Unterlage, um es bewegungsunfähig zu machen.
Als Langstreckenzieher überwintern Bienenfresser in ihren Winterquartieren südlich der Sahara. Bei uns ist der 25 – 29cm große und 44 – 78g schwere Vogel in seinen Brutgebieten ab April zu sehen und schon ab August machen sich die Vögel wieder auf den Weg nach Afrika. Am besten lassen sich diese flinken Flieger, die sich auch gerne auf den Rebpfählen niederlassen, mit dem Fernglas beobachten.
Wir wünschen ihnen wunderschöne Begegnungen mit den „Bienis“.
NABU Nördliches Markgräflerland
Text: Edgar Erler